Russland und seine vielen Facetten

Zum Glück habe ich aus meinen, sagen wir mal Missgeschicken aus Lettland, gelernt und den Alkohol nicht zu sehr an mich rangelassen, sodass ich am nächsten Tag frisch und munter nach Russland aufbrechen konnte.

Den ganzen Berichten zu folge sollte die Einreise ja sehr lang andauern und mit viel Kontrolle verbunden sein…

Nun ja ich hatte aber auch irgendwo gelesen, dass man als Fahrradfahrer einfach mal an der Autoschlange vorbeifahren sollte. Das habe ich auch gemacht und keiner hat gemeckert. Also war das lange anstehen schon mal umgangen.

Dann kam die Kontrolle und das war irgendwie schon ein komisch Gefühl.

Vorallem wenn man bedenkt, dass das vor nicht all zu langer Zeit noch an so viel mehr Grenzen der Fall war. Da wird mir mal wieder bewusst wie gut es uns geht, dass wir in so vielen Ländern ohne wirkliche Grenzen reisen können.

Ich wünsche mir, dass das noch viel globaler irgendwann der Fall sein wird und Kriege wegen Grenzen (die ja meist doch nur im Kopf sind) endlich aufhören!

Ich war also recht schnell und ohne groß nennenswerten Kontrollen in Russland. Aber doch etwas beruhigt das auch mit dem Visum und Co. alles so funktioniert hat.

Weiter ging es dann entlang der Kurischen Nehrung auf russischer Seite, was einfach eine traumhafte Strecke war und gespickt mit kleinen Abzweigen zu Wanderwegen und Dingen wie den tanzenden Bäumen. Das ist ein Waldstück in welchem es tatsächlich so aussieht als würden die Bäume tanzen-echt beeindruckend was die Natur immer wieder zu bieten hat.

Also Kurische Nehrung kann ich von ganzem Herzen echt bedingungslos empfehlen!

Raus aus dem Nationalpark und die letzten 20 Kilometer in Richtung Kaliningrad waren dann dafür der Höllentrip schlechthin. Es wurde unerträglich warm und die Straßen waren teilweise 3 Spurig und die Russen kennen ganz offensichtlich das Fortbewegungsmittel Fahrrad nicht.

Ich bin quasi fast unsichtbar für russische Autofahrer. Auch in der Stadt selbst sollte sich das bestätigen. Es gibt kaum Fahrradwege und Autos stehen und fahren bis zum Rand der Straße, völlig unbeachtet das ich auch noch da bin. Echt eine der unschönen Erfahrungen aber erklärt auch warum ich in Kaliningrad keinen Fahrradfahrer gesehen habe. Alle Menschen fahren entweder mit dem Bus, dem Auto oder laufen.

In Kaliningrad selbst ist es sehr schön – große Parks und Seen, öffentliche Konzerte, kleine süße Cafés und freundliche Menschen. Auch wenn man sich an vielen Stellen eher mit Händen und Füßen oder dem Google Übersetzer unterhalten muss 😉

Leider aber auch fast schon zu westlich. Also auch die Brands von Mc Donalds und H&M sieht man schon von weiten blitzen.

Am Radreisen gefällt mir besonders, dass man nicht nur die Innenstädte und das was die meisten Touristen sehen mitbekommt sondern auch das drum herum. Und da beschleicht mich das Gefühl, dass im Kaliningrader Zentrum, vielleicht würden jetzt böse Zungen behaupten für die WM 2018, alles etwas aufgehübscht wurde um die Armut zu übertünchen.

Denn wenn man gerade mal 5km vom Zentrum wegfährt wirken die Häuser und die Umgebung sehr ärmlich und heruntergekommen. Das macht mir etwas zu schaffen bestätigt mich aber wieder einmal in dem was ich ganz oft erzähle: Uns geht es so so gut und ich wünschte, dass das vorallem aber die ständig meckernden Deutschen endlich mal verstehen könnten.

Vielleicht denkt ja der ein oder Andere mal drüber nach wenn er oder sie sich beim nächsten mal vor Neid platzt weil der Nachbar sich einen neuen Fernseher gekauft hat und macht sich stattdessen mal bewusst, was sie oder er denn alles hat.

So, vielleicht diesmal etwas politisch aber das darf auch mal sein.

Jetzt gehts für mich nach Polen wo ich sehr überrascht sein werde….

Aber dazu mehr im nächsten Blogpost.

Lg Ronny

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