Bergauf Bergab nach Krakau

Ich habe euch ja erzählt, dass ich mich nun etwas genauer um meine Schlafgelegenheiten kümmere, da das ja hier und da nicht ganz so gut funktioniert hat.

Und das war eine gute Entscheidung, denn für die nächste Nacht hatte ich tatsächlich noch einen Campingplatz gefunden und dieser war in einer Region, in welcher sich auch andere Menschen aufhalten, da er unterhalb einer großen Burgruine gelegen ist. 

Auf der Strecke dahin erkannte ich, dass es nun immer hügeliger werden würde. Daher war ich an der ein oder anderen Stelle des Tages echt ganz schön k.o. aber ich wusste, dass es die nächsten Wochen genau so und noch steiler weiter gehen würde und dachte mir immer wieder das es eine gute Vorbereitung sei auf das was kommt. Ich erreichte dann den Campingplatz und tatsächlich konnte ich mich da mit meinem Zelt platzieren. Allerdings, wie nun schon in gewohnter Manier – Allein. Ohne Witz eine RIESEN Campingwiese und nur mein Zelt. Aber naja, was Solls es war schön da, es gab sogar eine Dusche und da es etwas touristischer angelegt war gab es sogar ein kleines Restaurant in welchem ich mir dann eine Art Gulasch schmecken ließ. 

Als ich schon fast zurück zu meinem Zelt gehen wollte sprach mich dann aber noch Przemek ( muss den Namen zum Glück nur schreiben 😉 ) und Johanna auf mein Fahrrad an und obwohl sie eigentlich im Begriff waren weiter zu fahren unterhielten wir uns noch eine gute Stunde über die Region, denn die beiden wohnen zwar in Wien kommen aber ursprünglich auf der Ecke in der ich mich befand und konnten mir somit noch den ein oder anderen Tipp geben, wo ich besser nicht lang fahren sollte. Auch ziemlich cool fand ich, dass Johanna am Ende noch meinte, dass ich die Beiden jederzeit anrufen kann, falls ich irgendwo in Polen Probleme bekommen sollte oder ich einen Unfall habe, sie würden mir dann definitiv helfen. Tolle Menschen. 

Den Tag darauf war die Strecke irgendwie ok, aber irgendwie auch langweilig, irgendwie anstrengend aber auch irgendwie angenehm. Komischer Teil, ich bin quasi den ganzen Tag leicht bergauf und bergab über eine Feldstraße gefahren, den ganzen Tag. Und irgendwie wars doch ganz entspannend so monoton und gleichbleibend. 

Für die Übernachtung hatte ich mir über AirBnb eine Bleibe gesucht. Und das war echt einer meiner schönsten Momente bisher.

Denn so stelle ich mir das Airbnb Konzept vor. 

Es war wirklich wunderschön. Ich kam etwas geschafft an und Alina empfang mich super herzlich.

Es ist in Polen nicht ganz selbstverständlich das ich mich in English gut verständigen kann, aber zum Glück ist Alina eine Englishlehrerin in Polen – Jackpot. 

Sie hat sich allerdings vom normalen Schulsystem abgewandt, da es sie auf Dauer krank gemacht hatte und sie das System vom lernen in Regelschulen auch nicht gut findet. Sie gibt nun Unterricht via Skype und anderen Onlineplattformen und hat damit Erfolg! Da waren wir natürlich direkt auf einer Wellenlänge und hatten Gesprächsstoff für die ganze Nacht. Das war allerdings nicht alles was Alina zu bieten hatte, denn sie kannte sich auch hervorragend mit Gartenkräutern und anderen Früchten aus, baut ganz viele Sachen selbst an und kochen ist ihr geliebtes Hobby. Ihr könnt euch also sicher vorstellen dass ich leckerer und gesünder auf der Tour noch nicht gegessen und getrunken ( der Tee aus ihren eigenen Gartenkräutern war der Knaller) hatte. Echt, Danke Alina für diese tolle Zeit. Beim nächsten Mal bleibe ich ganz sicher länger. 

Nach einer super Nacht gab es dann noch Rührei mit Kräutern aus dem Garten und ich konnte frisch gestärkt meinen bisher schwersten Ritt Richtung Krakau angehen. Der beinhaltete nämlich über 700 Höhenmeter auf 70 Kilometer. Ich wollte an diesem Tag des öfteren Fluchen, ich habe mir aber immer wieder gut zugeredet, dass das nunmal zum Wachsen dazu gehört, dass man auch mal was kämpfen darf. Ich habe ihn überlebt und bin dann gestern Nachmittag gut in Krakau angekommen. 

Das was dann passierte war irgendwie verrückt. Ich suchte mir Abends etwas zu essen. Und als ich eigentlich schon nach Hause wollte, ging ich nochmal in eine kleine Bar um mir zum Abschluss des Tages noch ein Bierchen zu gönnen. Ich bekam mein Bier und wollte mich eigentlich irgendwo hinsetzen aber wurde direkt von einer großen Gruppe angesprochen, ob ich nicht mit zu denen kommen wollte. Wahrscheinlich sah ich sehr einsam aus 😉 

Da sagte ich natürlich nicht nein und gesellte mich zu ihnen. Ja und irgendwie bin ich dann von da anschließend noch in einen GayClub geraten 😉

Peter, bekennender Homosexueller, hatte den gleichen Heimweg wie ich und er wollte noch in einen Club, der zufällig wirklich genau unter meinem Hostel war.

Peter fragte ob ich nicht Lust hätte einfach mit zu kommen. Er würde aber so oder so auch alleine dahin gehen. Oh mein Gott, war das eine lustige Erfahrung. Und ich bin mir sicher ich hätte es bereut mir dieses Treiben nicht einmal in meinem Leben angeguckt zu haben 😉 

So nun sitze ich in einem Café und bin fertig mit dem Blog und dem Kaffee und werde mich nun noch ein wenig der Stadt widmen und mich schon mal drauf freuen, dass ich ab morgen für knapp 2 Wochen nicht alleine weiter radeln muss. Denn morgen kommt Gelle in Krakau an und Sonntag geht es dann weiter in Richtung Budapest quer durch oder besser über die Hohe Tatra. 

Wie es uns dabei ergeht werdet ihr sicher im nächsten Blogpost erfahren 😉

Bis dahin

Liebe Grüße 

Ronny

Ein Kommentar zu „Bergauf Bergab nach Krakau

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